|
|
büll informatik gesmbh hat in Zusammenarbeit mit dem Institut
für Fertigungstechnik der TU Wien und Maschinenherstellern die Spezifikation
MDX entwickelt, die den Datenaustausch zwischen verteilten Anwendungen
im Fertigungsbereich unterstützt.
Ein typisches Beispiel für den Einsatz von MDX ist die Kommunikation
zwischen dem Steuerungsrechner einer Flexiblen Fertigungszelle und den
Modulen eines Fertigungsleitsystems. So werden mittels MDX z.B. die für
die Fertigungszelle freigegebenen Aufträge von der zentralen Auftragsverwaltung
übernommen und alle Statusänderungen zurückgemeldet. Vom Tool Management
System werden unter anderem die Geometriedaten der bereitgestellten Werkzeuge
übertragen und nach dem Einsatz die Reststandzeiten und Zustände der Werkzeuge
an das Tool Management System übergeben. Im Rahmen der Maschinendatenerfassung
können Betriebszustände und Störungsmeldungen mittels MDX an eine zentrale
Anlagenüberwachung weitergeleitet werden.
Die Spezifikation von MDX deckt alle derzeit bekannten Kommunikationsanforderungen
im Werkstattbereich ab und ist darüber hinaus so offen gestaltet, dass
zukünftige Anforderungen integriert werden können, ohne bereits bestehende
Kommunikationsverbindungen zu beeinflussen.
Die Spezifikation MDX ist in drei Bereiche unterteilt:
Für die Anwendungsebene werden Kommunikationsfunktionen
beschrieben, die den bidirektionalen Datenaustausch zwischen verteilten
Applikationen ermöglichen. Diese Kommunikationsfunktionen werden in die
bestehenden Anwendungen eingebunden und erlauben den Austausch aller im
Werkstattbereich relevanten Datenobjekte (Aufträge/Arbeitsgänge, Maschinen,
Werkzeuge) mit benachbarten Systemen.
Die Kommunikation zwischen den verteilten Anwendungen auf Netzwerkebene
wird über ein Kommunikationsprotokoll abgewickelt, das auf der
standardisierten Technologie TCP/IP-Sockets basiert und Elemente des Protokolls
HTTP verwendet.
Die auszutauschenden Nutzdaten werden hinsichtlich Dateninhalten und
Datenformat definiert. Die Definition des Datenformates basiert auf der
standardisierten Technologie XML (Die Spezifikation wird demnächst hier
veröffentlicht).
Allgemeine Vorteile von MDX
- Es liegt eine Spezifikation vor, die klare Richtlinien für die Integration
von Systemen verschiedener Hersteller/Anbieter festlegt.
- Diese Spezifikation bildet die heutigen Kommunikationsanforderungen
ab. Zukünftige Anforderungen führen zu einer Erweiterung der Spezifikation,
ohne dass bestehende Systeme betroffen werden, d.h. geändert werden
müssen.
- Die Verwendung von allgemein anerkannten Standards (TCP/IP und XML)
trägt dazu bei, proprietäre Schnittstellendefinitionen in Zukunft zu
vermeiden.
- Die Technologien TCP/IP und XML bilden den „kleinsten gemeinsamen
Nenner“ auf allen (gängigen) Systemen, wodurch die Koppelung verschiedener
Systeme enorm erleichtert wird.
- TCP/IP ist auf allen Hardware- bzw. Betriebssystemplattformen (z.B.
Windows NT, Windows 2000, OS/2, VMS, alle Unix-Derivate, Apple Macintosh
...) verfügbar.
- XML ist prinzipiell Plattform unabhängig definiert und dadurch auf
allen Plattformen verwendbar.
- Wenn maschinen- bzw. herstellerspezifische Umsetzungen in proprietäre
Kommunikation bzw. Datenformate notwendig sind, finden diese „logisch
getrennt“ vom Gesamtsystem statt.
Zielsetzung bei der Spezifikation und Implementierung von MDX
EDV-Anwendungen im Bereich der Fertigungssteuerung können nur dann effizient
eingesetzt werden, wenn die erforderlichen Schnittstellen zu benachbarten,
auf mehrere Rechner verteilten Systemen einfach und kostengünstig zu realisieren
sind. Dies gilt insbesondere für unsere Produkte tool manager und bde,
die je nach Einsatzfall Daten mit PPS-Systemen, Leitständen sowie Maschinen-
und Anlagensteuerungen austauschen müssen. büll informatik gmbh unterstützt
die Kommunikation mit Fremdsystemen durch Offenlegung der Datenspezifikation
und die Bereitstellung von Active-X Komponenten, die einen einfachen Zugang
zu den oben beschriebenen Kommunikationsfunktionen erlauben.
Vorteile für den Maschinenhersteller / SW-Anbieter
- Die klare Spezifikation der Kommunikationsfunktionen führt zu einem
überschaubaren Entwicklungsaufwand.
- Die Verwendung von standardisierten Technologien ermöglicht die Verwendung
bzw. Wiederverwendung von Softwarebibliotheken. Damit kann der Entwicklungsaufwand
reduziert werden.
- Durch die Verfügbarkeit von Test-Werkzeugen (Emulatoren) können die
Schnittstellen unabhängig vom Echtsystem getestet und validiert werden.
Dies führt mit Sicherheit zu einer problemloseren und damit rascheren
Inbetriebnahme (z.B. einer Werkzeugmaschine).
|